Über Corona

Über Corona

Vidoebeiträge von Konrad Pinegger zu Corona:

In einem Interview mit Volker Lesch legt Konrad Pinegger dar, wie Sie die momentane Krisensituation nützen können um das Wesentliche im Leben mehr zu erkennen. Er führt uns dabei zu einer inneren Haltung, die jenseits von Angst und Hoffnung liegt. Um diese Haltung einnehmen zu können, ist ein Prozess des Einlassens auf das Wesentliche, das hinter den Formen des Festhaltens an Vorstellungen und Bildern der Wirklichkeit wirkt und webt, nötig. Dadurch hilft ie Krise nach dem massiven Verlassen unserer Mitte (auch kollektiv) , wieder in diese zurückzufinden. Konrad Pinegger zeigt, wie unsere inneren Haltungen sich als „äußere“ Lebenssituationen zeigen und wie wir diese durch Änderung dieser inneren Haltungen ebenso verändern können.

Der Corona-Virus bietet eine Chance uns zu erinnern. Eine Chance, mit unserer wahren Natur, die in uns liegt, wieder Kontakt aufzunehmen. Ich bin überzeugt, dass der Kontakt mit dem Wesentlichen in uns neben der Einhaltung der Verhaltensregeln einen profunden spirituellen Schutz darstellt und überdies uns die Angst nimmt. Alle, die sich für den Beitrag interessieren, sind herzlich eingeladen, in einer täglichen kleinen Meditation den Kontakt zum Wesentlichen in uns herzustellen.

Der Text zum Film:

Möglicherweise könnt Ihr keine Weisheiten mehr hören, die sich auf den Corona Virus beziehen, wer aber doch noch ein offenes Ohr hat etwas aufzunehmen, dem möchte ich schon im Voraus danken.

Was ich heute mit Euch teilen möchte, ist ohnedies allgemein. Nur sei wieder darauf hingewiesen, dass die Corona-Krise eine große Chance darstellt. Meine Kollegin Uschi Bell schrieb in ihrem Newsletter, dass das chinesische Wort für Krise sich aus 2 Einzelzeichen zusammensetzt, nämlich aus Gefahr und Chance. Das erinnert uns an die Botschaft aus „Ein Kurs in Wundern“, dass wir uns ja ständig zu entscheiden haben zwischen Angst und Liebe. Ich füge ja immer an, dass es an und für sich nur die Liebe gibt und die Angst nur ein verdichteter Zustand, also ein Aggregatzustand der Liebe ist. Wie können wir also die Angst wieder zur Liebe entdichten?

Um die Chance für unser Wachstum zu nützen, könnte es die richtige Zeit sein, sich spirituellen Gesetzmäßigkeiten zu erinnern, welche uns Orientierung für unser Wachstum geben könnten. Eine grundlegende Weisheit des Buddhismus sagt: Sei ohne Angst und sei ohne Hoffnung. Das ist eine sehr tief gehende und auch äußerst anspruchsvolle Weisheit, wenn man versuchen will, dies in seinem Leben umzusetzen.

Dass wir keine Angst zu haben brauchen, wissen wir zumindest theoretisch. Es ist eine Frage des Vertrauens. Doch die nächste Frage ist: Gibt es da etwas, in das ich Vertrauen haben kann? Dass die Lebensgeschicke neben unseren persönlichen Entscheidungen und Haltungen sinnvoll geleitet und geführt werden, steht für mich außer Zweifel, denn das erlebe ich täglich. Wenn also Angst vorherrscht und nicht Vertrauen, liegt es daran, dass wir nicht sehen oder sehen wollen, was uns führt und leitet. Dazu kommt, dass das, was Ereignisse hervorbringt auch stark von unseren inneren Haltungen abhängt, denn diese zeigen sich in der „äußeren“ Lebenssituation. Wir könnten also Vertrauen an Stelle von Angst haben, wenn wir uns auf die spirituelle Ebene unseres Seins einlassen. Auch das ist meines Erachtens ein Aspekt von Reife und Wachstum.

Doch wie ist es mit der Hoffnung? Ist das nicht etwas zutiefst Positives, etwas das uns hält, tröstet und uns hilft durchzuhalten? In der buddhistischen Sichtweise würde man sagen: „Nein, sie ist wie die Angst nur Illusion“. Denn wenn man genau hinschaut, ist die Hoffnung nur eine andere Version der Angst. Sie ist ein Festhalten daran, dass etwas Bestimmtes eintreten möge, dass ich etwas Bestimmtes gewinnen möge oder etwas anderes nicht verlieren will, wie hier z.B. die Gesundheit oder gar das Leben.

Im buddhistischen Kontext ist einerseits das Mitgefühl, das die Einheit aller empfindenden Wesen bestätigt etwas Wesentliches, doch andererseits wird keine Situation höher als eine andere bewertet. Wir sprechen von Gleich-Mut und ungewisser Zuversicht. In der Hoffnung aber bewerten wir ein Ereignis höher als ein anderes. Gesund zu sein ist erstrebenswerter als krank. Das ist einesteils natürlich, so zu denken und andererseits tut die Hoffnung so, als könnte sie etwas Magisches bewirken. Wenn ich nur stark genug hoffe, stellt sich vielleicht das Erwünschte ein oder andererseits, wenn ich die Hoffnung aufgebe, habe ich das Gefühl dem „schlechten Schicksal“ Tür und Tor zu öffnen. Wenn ich schaue, was wirklich wirkt, so ist es immer die Absichtslosigkeit. So habe ich auch in unserer täglichen Meditation um 6.15 Uhr empfohlen, einen Wunsch auszusenden, nämlich die baldige Reflektion der Menschen und Genesung von der Corona-Erkrankung, und dann sofort wieder loszulassen und zu vergessen.

Wenn Ihr Euch (Vielleicht auch nur für diese Sekunde) darauf einlassen mögt, dass alles was eintritt (ohne Wertung) das Beste ist, was eintreten kann, brauche ich keine Hoffnung mehr und keine Angst. Ich kann in diesem Moment die volle Lebensqualität genießen, selbst wenn ich davor stehe, diese Welt zu verlassen. Das zu sagen ist gewagt, nicht wahr? Ist es deshalb weniger wahr?

Lasst uns das einfach als Gedankenspiel machen.

Unser Leben wird nicht aufhören, ganz sicher nicht, aber für uns alle wird sich irgendwann die Form wandeln. Jetzt könnten wir reflektieren: An was halte ich eigentlich fest, wenn ich mich an dieses Leben klammere? Was ist das wirklich Wesentliche darin, für das es sich „lohnt“ zu leben? Wenn ich auf mein Leben schaue, geht schon einmal ein Großteil den Bach runter. Doch ein paar % Essentielles bleibt übrig. Tiefe Liebe zu meinen Nächsten und Freunden, zu meiner Arbeit, zur Natur und Musik z.B. Doch das wirklich Wesentliche wird nicht vergehen, es wird immer Bestand haben (nichts Wirkliches kann bedroht werden. Nichts Unwirkliches existiert. Hierin liegt der Frieden Gottes. In “Ein Kurs in Wundern”). So lasst uns der Krise begegnen ohne Angst und auch ohne jede Hoffnung, denn es wird das passieren was passiert. Das bedeutet, hilfreiche Herzenswünsche und Mitgefühl auszusenden, um dann gleich wieder in die Absichtslosigkeit zu gehen („Dein Wille geschehe“) und im Gleich-Mut und der ungewissen Zuversicht zu bleiben (wir begegnen allen Ereignissen mit dem gleichen Mut und der Gewissheit, dass das Wesentliche nie bedroht ist), wie Katie Byron sagt: „Nur für den Rest unseres Lebens“.

Ich denke, gerade in diesen Tagen haben wir nur die Wahl, zu reflektieren und all unsere Ängste loszulassen, all unsere Hoffnungen und ein innerlich wirklich freies Leben zu beginnen, oder angstvoll an unseren unreflektierten Lebensbildern festzuhalten.

Der Text zum Film :

Wie jede Krise fordert die Corona-Pandemie uns heraus. Jede Krise will im Grunde eine Hilfe sein, zu reflektieren und evtl. neue Wege zu finden. In jeder Krise müssen wir uns entscheiden für die Angst und dafür, an Altem festzuhalten oder den Mut zu haben zu schauen, welche „neuen Wege oder besseren Wege“ uns die Krise lehrt.

Wenn Angst auftaucht, zeigt sie uns einesteils, dass wir an Dingen festhalten, um die wir Angst haben sie zu verlieren, bzw. Hoffnungen haben, Bestimmtes zu gewinnen. Die Krise hilft uns zu reflektieren, ob das was wir wollen, bzw. das was wir nicht wollen, wirklich wesentlich ist, wirklich relevant ist für unser Glück. Wenn wir ehrlich zu uns sind, können wir erkennen, dass was wir wollen, bzw. nicht wollen nur vordergründig ist und nicht wesentlich für unser Gefühl von Glück bzw. Sicherheit.

Wenn wir uns ehrlich dem stellen, dann erkennen wir, dass die Sicherheit unserer Existenz oder auch nur unseres Wohlstands nie in irgendwelchen äußeren Gegebenheiten liegen könnte. In äußeren Umständen kann niemals Sicherheit liegen. Wir sehen es in diesen Tagen, nur ein kleiner Shift in unserer Alltagssituation, ein winziger Virus tritt auf, wirft uns völlig aus der Bahn und lässt fast alle Räder unserer sonstigen Betriebsamkeit stillstehen. Und auch wir merken, wie schnell wir aus unserer Mitte kommen.

Erinnern wir uns daran: Sicherheit ist ein Gefühl und an manches konditioniert, was nur illusionär ist.

Ein Gefühl von Unsicherheit, Ängstlichkeit, Vorsicht, Misstrauen usw. entsteht dadurch, dass wir uns getrennt fühlen von der allumfassenden Einheit, von unserer Urheimat oder einfach von uns selbst.

Sicherheit andererseits stellt sich ein durch die Verbindung und das angebunden Sein mit dem allumfassenden Einen, denn dadurch bekommen wir einen Eindruck von Geführt sein und Sinn.

Als jemand, der viel von verschiedenen buddhistischen Schulen gelernt hat und Meditation anleitet, habe ich gesehen, dass es etwas in uns gibt, das völlig zeitlos ist, daher niemals einer Gefahr ausgesetzt und niemals verletzt, verunreinigt oder sonst irgendwie beeinflusst, beeindruckt oder verändert wird. Dies ist der absolut ursprüngliche Teil in uns, dem wir jenseits unserer Gedanken, unserer Ziele und Absichten begegnen können. Es wird manchmal göttlicher Funke in uns, Seele oder in unserem Kontext „unsere wahre Natur“ genannt. Es ist der Repräsentant der Urheimat oder der allumfassenden Einheit in uns. Es ist, wenn wir so wollen, die „Telefonlinie“ zur inneren Sicherheit. Aufgrund meiner Meditationserfahrung weiß ich, dass es möglich ist, mit dieser inneren Qualität Kontakt aufzunehmen.

In gewissem Sinne ist es sogar der Sinn unseres Daseins, uns dieser Dimension in uns wieder anzunähern als Ausweg aus dem, was die Buddhisten „Samsara“ nennen. Damit ist unser unreflektiertes Festhalten an einer Welt und einem Leben gemeint, das vielmehr Schein ist als Sein.

Ich möchte alle einladen, die dies hören oder lesen, sich täglich eine kleine Zeit der Stille zu gönnen, um in einer kurzen Meditation mit dieser inneren Qualität Kontakt aufzunehmen. Es ist hierzu nicht viel nötig, nur zu versuchen, so weit als möglich ein wenig aus dem Gedankenkarusell aus zusteigen, um ohne Absicht oder willentlich einen Zugang entstehen zu lassen. Bevor sich ein wirklicher Kontakt mit dieser inneren Dimension einstellt, reicht es aus, die Möglichkeit anzunehmen, dass es diese innere Dimension gibt. Es braucht nur Bereitschaft dazu, alles Weitere wäre kontra indiziert.

Ich bin überzeugt, dass diese kleine Übung (ich empfehle sie auch außerhalb von Krisenzeiten) nicht nur angst-lösend wirkt und uns in unsere Mitte zurück hilft, sondern auf spirituellem Wege auch der beste Schutz vor Ansteckung darstellt – was nicht heißt, leichtsinnig oder unvorsichtig zu sein. Das beste Vorgehen ist, Vertrauen in den spirituellen Schutz zu haben und sich gleichzeitig verantwortungsvoll an die Verhaltensregeln zu halten. Doch wir sind vorsichtig aus Verantwortung und nicht aus Angst. Bitte nützt die spirituellen Möglichkeiten des Schutzes durch Erkennen des Sinns unseres Daseins.

Ergebnis der Aufstellung über Corona

Gestern arbeiteten wir mit dem Thema „Corona-Virus“ in unserem Haus. Ich möchte das Ergebnis mehr generell beschreiben als konkret. Jedes Phänomen hat einen Grund, woraus es auftaucht und damit auch eine Botschaft. Bei Lao-Tze heißt es: „Geht der große Sinn zugrunde, entsteht Sittlichkeit und Pflicht, kommen Klugheit und Wissen auf, so gibt es die großen Lügen“ (Spruch 18). Die Arbeit brachte hervor, dass wir wohl zu viel von Mitgefühl, solidarischer Hilfe und Fürsorge für alle Lebewesen ( einschließlich der Tiere und der Natur; dem großen Sinn) abgewichen sind und zwar Wohlsand für manche erreicht haben, aber zerstörerisch gegen andere waren. Wir wissen oder ahnen das innerlich, sind aber kollektiv noch zu wenig bereit, dies zu reflektieren und uns in Richtung Mitgefühl, Hilfe und Fürsorge zu verändern. Das blockiert die Lösung, weiter fort zu schreiten, es braucht definitiv noch mehr Verantwortungsübernahme dafür, einen „besseren Weg“ als bisher zu finden, um alle Menschen mit den nötigen Ressourcen zu versorgen, ohne Zerstörung oder dass jemand anderer den Preis dafür zahlen müsste.

Im Endbild standen sich die Repräsentantin des „Virus“ und die der „Lösung“ gegenüber, doch die Repräsentantin für die „Menschen“ klammerte sich an die Repräsentantin der „Schuld“, statt weiter zu reflektieren. Wir arbeiteten zusätzlich mit verdeckten Karten aus dem Set „Karten der Seele“ von Chuck Spezzano, welche wertvolle Hinweise für die einzelnen Positionen geben. So hat die Repräsentantin für die „Botschaft, welche der Virus an die Menschheit hat“ (verdeckt) die Karte „Bodhisattva“ bekommen. Das wäre die Lösung. Ein Bodhisattva ist ein Mensch, der nicht mehr in der Illusion verhaftet ist, sondern klar sieht und deshalb sein Leben in den Dienst der Anderen stellt (aus dem Erkennen des Sinns heraus, nicht aus dem Helfersyndrom). Würden wir uns alle solidarisch unterstützen, wäre niemand in Not und Phänomene wie der Virus müssten nicht auftauchen, um die Homöostase, die wir kollektiv mit unserer Lebensweise aus der Balance gebracht haben, wieder künstlich herzustellen.

Text über Corona aus dem Newsletter

Keine Angst, dieser Text wird ganz sicher zu nichts „Moralischem“ führen und es wird ganz sicher niemanden eine Schuld für dieses Phänomen gegeben werden. Es ist sehr heikel, etwas über dieses Thema zu schreiben, da vielleicht viele die Tendenz haben, den Inhalt in Richtung „Schuld und Sühne“ zu interpretieren, was ich ganz sicher nicht will. Zwischen der Erklärung, Corona sei „Strafe Gottes“, weil wir zu sehr vom rechten Weg abgekommen seien und rein materialistischen Erklärungen liegt meines Erachtens eine große Menge Verantwortung, die Augen zu öffnen für etwas, das wir mittlerweile nicht mehr ignorieren können. Gleichzeitig möchte ich den Blick über den Tellerrand der Angst hinaus führen. Dass wir kollektiv unsere Mitte verloren haben, wissen wir spätestens seit dem Klimawandel, darauf muss ich nicht hinweisen, aber darauf vielleicht, wie wir jetzt in unserer inneren Haltung mit dem Corona-Phänomen umgehen, um ihn nicht zu verstärken. Und unsere Mitte und unsere Verbindung nicht noch immer weiter zu verlieren.

Der Corona Virus bestimmt momentan unser Leben wie schon lange nichts Vergleichbares mehr. Immer mehr Lebensbereiche werden von diesem quasi „eingenommen“ und er fordert uns damit auf zu reagieren, doch wozu fordert er uns da eigentlich konkret auf?

Einesteils gebietet es die Verantwortung, die Ausbreitung zu verhindern soweit wir können. Andererseits ist der Geist vieler erfüllt von Angst, die sich noch viel weitreichender ausbreitet als die Krankheit selbst und in ihrer Ausbreitung auffallender Weise all das verstärkt, was ohnedies schon die Wurzeln des menschlichen Leides ausmachen. Es ist ja im Wesentlichen die Angst und die Trennung, die zu allem anderen Leid führen. Angst entsteht aus dem Gefühl des Getrenntseins von der allumfassenden Einheit. Nun aber führt die Angst zur Trennung untereinander, zur Isolation aus Angst vor Ansteckung. Der Andere Mensch ist nicht mehr Brücke zur „Einheit“, ist nicht mehr Bruder und Schwester, denen ich Liebe und Hilfe zuteil werden lassen kann oder solches von ihnen empfange, sondern der andere Mensch wird zur potenziellen „Gefahr“. So schließen wir uns wieder ein, schließen wieder Grenzen, Türen, Fenster, Schulen, Veranstaltungen, Treffen, Gemeinsamkeit. Natürlich es ist nötig, wir wollen niemandem schaden und sind verantwortungsvoll.

Doch ist es nicht merkwürdig, dass ein Phänomen auftaucht, das uns zu dieser Vereinzelung zwingt? Und nicht nur zum Rückzug zwingt es uns, sondern auch unsere Wohlstandsmaschine kommt halbwegs zum Erliegen, was immer weitere Kreise zieht und manchen von uns vielleicht zu Weiterem zwingt. Was ist das wohl, das so eine Macht gewonnen hat über uns?

Wenn wir einmal von den materiellen Aspekten absehen, müssen wir uns fragen, welcher Geist dieses Phänomen wohl zustande gebracht hat. Alle, die sich mit spirituellen Gesetzmäßigkeiten beschäftigt haben wissen wohl, dass wir hinter der Erscheinung der Vielheit, mit allem was existiert eine untrennbare Einheit bilden. So sind wir auch das Phänomen des Corona Virus. Es ist untrennbar mit unserem Sein, also kollektiv mit unserer inneren Haltung, Gedanken und Handeln verbunden und somit auch Spiegel.

Wir müssen sehen, wenn wir wirklich über die Verhaltensregeln hinaus verantwortlich sein wollen, dass die Dinge nicht von ungefähr entstehen. Genauso wenig wie irgendein individuelles Symptom, das uns anzeigt, dass wir unsere Mitte verlassen haben, indem wir zu sehr an Verschiedenem anhafteten. Es muss also schon vor Entstehung des Virus einen Geist der Angst, Bedrohung, Vereinzelung, Trennung, Isolation, usw. gegeben haben, der sich wohl nun verdichtet hat, gleichgültig, welche Menschen oder Umstände den Virus im Konkreten verursachten.

Da hier etwas auf uns wirkt, immer mehr aus dem Kontakt mit andern zu gehen, halte ich den Begriff der „Ver-bindung“ als das absolute Schlüsselwort der Reaktion auf das Corona Phänomen. Ich halte es daher für enorm wichtig, zumindest von unserer inneren Haltung her in Verbindung untereinander zu bleiben, aber auch in Verbindung mit dem „allumfassenden Ganzen“, was konkret heißt, in der Verbindung mit dem Vertrauen zu sein. Was auch passiert, könnte Übung für uns sein, in unsere Mitte zu kommen oder zu bleiben. Denn wenn wir die Verbindung mit unserer Mitte verlieren, wird wohl kaum etwas besser, wir verlieren damit auch noch die Lebensqualität im Hier und Jetzt.

Wenn unsere inneren Haltungen angstfrei, vertrauensvoll, geerdet und stark sind, können wir energetisch dem dichten Corona Phänomen etwas Entdichtendes entgegensetzen. Lassen wir uns nicht aus der Ver-bindung drängen, sondern diese Zeit nützen, um eine bewusst klare und aufrechte Haltung einzunehmen und auch zu reflektieren, was wesentlich im Leben ist, um vielleicht ein Stück mehr Bewusstheit zu gewinnen für die Zeit „nach der Krise“.

Und noch etwas können wir tun, wenn wir soweit gehen wollen: Alle, die schon Seminare bei mir gemacht haben, kennen das Prinzip des Ho`oponopono, dem hawaiianischen Versöhnungsritual, das seine oft erstaunliche Wirkung aus der Erkenntnis dessen zieht, dass wir alles eins sind (wer es nicht kennt, dem sei das Buch „No Limts“ von Hew Len & Joe Vitale ans Herz gelegt). Die Weisheit des Ho`oponopono vermittelt uns, dass durch die Verbindung in der Einheit, im allumfassenden Einen, jeder auch Eins ist und dass daher auch jeder das ist, was in seinem Leben auftaucht. In diesem Sinne haben wir alle Erscheinungen zumindest mit verursacht und indem wir dafür Verantwortung übernehmen, können sich Erscheinungen zum Positiven wandeln. Für mich liegt die Wirkkraft dessen ganz und gar in der Erkenntnis der Verbundenheit mit allem und dass ich negative Erscheinungen damit mit kreiert habe, weil ich nicht immer klar war, sondern verblendet. Daher würde man als nächsten Schritt sagen: „Es tut mir leid, dass ich dieses Phänomen mit erschaffen habe, bitte vergib mir, ich liebe Dich (das allumfassende Eine), Danke für Deine Vergebung“. Ich kann für mich hier und Heute von Herzen meine Verblendung eingestehen und den Umstand sehen, nicht immer klar gewesen zu sein. Wer immer bereit ist, so ein Ho`oponopono zu vollziehen, den möchte ich herzlich dazu auffordern unter dem Motto: „Wenn man meint es helfe nicht viel, Schaden tut‘s ja auch nicht viel“. Doch ich bin absolut davon überzeugt, dass ein kollektiv klarer Geist unbedingt eine entdichtende Wirkung auf das Phänomen hat.

Bitte gebt der Angst keine Macht bzw. falls sie auftaucht, ist es eine wunder-volle Gelegenheit zu reflektieren, was könnte ich denn wirklich verlieren. Erinnern wir uns dieser Tage immer mehr an das Motto in „Ein Kurs in Wundern“: „Nichts Wirkliches kann bedroht werden. Nichts Unwirkliches existiert. Hierin liegt der Frieden Gottes“.

Ergebnis der Aufsstellung über Corona:

Gestern arbeiteten wir mit dem Thema „Corona-Virus“ in unserem Haus. Ich möchte das Ergebnis mehr generell beschreiben als konkret. Jedes Phänomen hat einen Grund, woraus es auftaucht und damit auch eine Botschaft. Bei Lao-Tze heißt es: „Geht der große Sinn zugrunde, entsteht Sittlichkeit und Pflicht, kommen Klugheit und Wissen auf, so gibt es die großen Lügen“ (Spruch 18). Die Arbeit brachte hervor, dass wir wohl zu viel von Mitgefühl, solidarischer Hilfe und Fürsorge für alle Lebewesen ( einschließlich der Tiere und der Natur; dem großen Sinn) abgewichen sind und zwar Wohlsand für manche erreicht haben, aber zerstörerisch gegen andere waren. Wir wissen oder ahnen das innerlich, sind aber kollektiv noch zu wenig bereit, dies zu reflektieren und uns in Richtung Mitgefühl, Hilfe und Fürsorge zu verändern. Das blockiert die Lösung, weiter fort zu schreiten, es braucht definitiv noch mehr Verantwortungsübernahme dafür, einen „besseren Weg“ als bisher zu finden, um alle Menschen mit den nötigen Ressourcen zu versorgen, ohne Zerstörung oder dass jemand anderer den Preis dafür zahlen müsste.

Im Endbild standen sich die Repräsentantin des „Virus“ und die der „Lösung“ gegenüber, doch die Repräsentantin für die „Menschen“ klammerte sich an die Repräsentantin der „Schuld“, statt weiter zu reflektieren. Wir arbeiteten zusätzlich mit verdeckten Karten aus dem Set „Karten der Seele“ von Chuck Spezzano, welche wertvolle Hinweise für die einzelnen Positionen geben. So hat die Repräsentantin für die „Botschaft, welche der Virus an die Menschheit hat“ (verdeckt) die Karte „Bodhisattva“ bekommen. Das wäre die Lösung. Ein Bodhisattva ist ein Mensch, der nicht mehr in der Illusion verhaftet ist, sondern klar sieht und deshalb sein Leben in den Dienst der Anderen stellt (aus dem Erkennen des Sinns heraus, nicht aus dem Helfersyndrom). Würden wir uns alle solidarisch unterstützen, wäre niemand in Not und Phänomene wie der Virus müssten nicht auftauchen, um die Homöostase, die wir kollektiv mit unserer Lebensweise aus der Balance gebracht haben, wieder künstlich herzustellen.